Konzept & Idee

Die Idee der Enstehung von e-LearnQuest im Kontext der aktuellen Situation

WebQuests, oft als „Internetabenteuer“ bezeichnet, sind nicht nur projektorientierte Lernarrangements im Netz, sondern all zu oft auch echte Abenteuer für Lehrkräfte, die einen Computerraum immer noch zögerlich betreten. Selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen soll hier mit den Automaten des 21. Jh. leicht möglich sein.

WebQuests haben auch den deutschsprachigen Bildungsraum erobert. Sucht man beispielsweise unter „Mauswiesel“ gezielt nach Lernangeboten, so haben auch hier PrimarWebQuests Einzug gehalten. Neuere Literatur teilt die WebQuests inzwischen nach dem Grad ihrer Offenheit ein. Da gibt es ganz bestimmte Varianten für jede Schulform und Altersklasse. Problematisch hierbei zeigt sich, dass angegebene Links, die für das Lernen relevant sind, häufig plötzlich nicht mehr erreichbar sind. Neben den WebQuests bieten sich auch computerbasierte Trainings (CBT) oder webbasierte Trainings (WBT) für schulisches Lernen an. Wenn es darum geht, mit computergestützten Medien Lernprozesse effektiv zu gestalten, benötigen nicht nur Lernende sondern auch Lehrende Medienkompetenz, die ihnen Sicherheit gibt in der Wahl des richtigen Werkzeuges. Eine Überprüfung seitens der Landkreise und der Staatlichen Schulämter unter der Leiteung der Generalisten und deren zuständigen Fachberatern an hessischen Schulen hinsichtlich des Vergleiches getätigter Investitionen im Bereich IT und deren Nutzung zeigt, dass Lernplattformen und andere netzbasierte Lernangebote noch zu wenig Anwendung in der Schule finden. So hat das Staatliche Schulamt für die Landkreise Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg (Koordinator und Mittler zu beteiligten Schulen) in Kooperation mit dem Studienseminar Eschwege (didaktisches und pädagogisches Knowhow) und dem Medienzentrum (stellt Webspace) beschlossen eine zunächst kreisinterne Lernplattform für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge zu entwickeln. Hierzu wurde eine eigene Oberfläche (e-LearnQuest, Blaufuchsquest) geschaffen.

Was ist nun e-LearnQuest? e-LearnQuest ist der Zusammenschluss, die Kombination oder die gezielte „Symbiose“ aus WebInstruct, WBT und WebQuest. Ein großer Vorteil ist darin zu sehen, dass sich e-LearnQuests weitgehend geräteunabhängig eingesetzen lassen. Sie lassen sich gleichermaßen auf Smartphones, auf Tablets, auf dem PC oder Mac oder eben auch auf interaktiven Tafeln aufrufen und benutzen. Da es sich um ein am WBT orientiertes e-Learning-Projekt handelt, welches die Komponenten WebQuest und WebInstruct in sich integriert, kommt es so zu einer Neuausrichtung der Methode – e-LearnQuest. Neben einer geführten Anleitung (Instruktion) werden Lerninhalte netzbasiert vermittelt. Weiterführende Links ergänzen nur das Lernangebot und stehen nicht wie beispielsweise bei WebQuests im Vordergrund. Darüber hinaus finden sich lernbegleitende Angebote wie Experimente, Bastelanleitungen und vieles mehr. Dies soll den Schülerinnen und Schülern vielfältige neue Lernmöglichkeiten, egal ob Schülerin oder Schüler, in und außerhalb der Schule eröffnen.

WebInstruct – ist geführte Wissensvermittlung, bestehend aus Rahmenhandlung (Problemstellung); Informationsblöcken mit Quellen; Hinweisen zur Präsentation; Helpdesk (auch von Lernenden, die mit dem WebInstruct schon einemal gearbeitet haben) und einem Übungszentrum hierzu zählen auch vorbereitete differenzierte Arbeitsangebote

Bei dieser Methode geht man von einer modellhaften Repräsentation des Lerngegenstandes aus. Die Aneignung des vorgegebenen Wissens erfolgt über eine genaue Instruktion über den Lernweg. Der Lernprozess ist durch expositorisches Lernen gekennzeichnet. Bewährtes Wissen wird zur Aneignung von Neuem genutzt und das neu Gelernte wird bewertet.

WebQuest – ist strukturierte Wissensvermittlung. Hier steht die exemplarische Repräsentation des Lerngegenstandes im Vordergrund. Die Recherche wird durch den Lehrenden angeleitet, wobei die Zielstellung offen bleibt. Der Lernprozess ist durch exploratives Lernen gekennzeichnet. Das neu erworbene Wissen wird aus verschiedenen Perspektiven recherchiert. Bewertet wird hier die sachgerechte Anwendung der für den Lernprozess zur Verfügung stehenden Mittel. Weiterführende Informationen gibt es hier.

Wozu brauchen wir jetzt auch noch  e-LearnQuest?

Wie zuvor beschrieben, handelt es sich bei e-LearnQuest um eine Symbiose aus WebInstruct, WebQuest und WBT. Alle genannten Modelle sind als eigenständig zu betrachten und aus pädagogischer und didaktischer Sicht, jedes für sich, natürlich sinnvoll. Und so ist es für dieses Vorhaben nicht zweckdienlienlich, alle in den einzelnen Methoden verankerten Aspekte in das Modell e-LearnQuest zu integrieren. Das ist und war auch nie das Ziel bei der Entwicklung von e-LearnQuest. Dennoch werden bei der Implementierung dieses Modells gezielt einige Teilaspekte des WBT, WebInstructs und eben der WebQuest-Methode in dieses neue Modell eingebunden, um so ein äußerst stabiles Lernarrengement zu etablieren.

Lernen soll unter kompetenzorientierten, kollabortiven, antizipatoriscchen Gesichtspunkten stattfinden, im Rahmen  von e-LearnQuest als computerbasiert, explorativ und instruiert.

Wie geht nun kompetenzorientiertes Lernen mit einem instruktionellem, einem streng geleitetem Lernen zusammen? Das wird sofort die Kritiker auf den Plan rufen… aber Stopp, nicht so schnell… Häuser haben Fundamente, Bäume Wurzeln, Staaten Rechtssysteme und so braucht auch Lernen, wenn man es lernen möchte zunächst (wenigstens!) Strukturen. „Fundamentalistische“ Denkstrategien sind hier wenig hilfreich. Auch in diesem Fall ist die Integration das Mittel der Wahl. Es ist gefährlich und unverantwortlich „Altbewährtes“ leichtfertig aufzugeben. Das „gute“ Eine schließt also das andere „Gute“ nicht aus.  Betrachten wir dazu die aktuel geführte Diskussion zum Thema „Frontalunterricht“. Einerseits wird dieser schwerwiegend kritisiert, auf der anderen Seite halten verstärkt interaktive Tafeln Einzug in die Lehrstuben des 21. Jahrhunderts. Es ist ein digitales Zeitalter, aber müssen deswegen auch Menschen gleich digtal denken? Gibt es nur noch richtig oder falsch, 1 oder 0? Schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten begeben sich Studierende in Hörsäle oder Gläubige in Gottesdienste. Freiwillig! Weil es auch da Verlässlichkeiten (zeitlicher Ablauf, klare Strukturierung, …) gibt, weil es ansprechend, motivierend und noch dazu effektiv sein kann, sich diesen frontalen Weisen hinzugeben.

Was den Medieneinsatz, die Medienwahl betrifft, so ist nicht jedes Online-Lernangebot universell einsetzbar und eignet sich gleichermaßen für einen differenzierten, kompetenzorientierten, …., explorativen Unterricht. Das ist aber auch gar kein Problem. Wir würden auch nicht auf die Idee kommen mit einem Hammer eine gute Flasche Rotwein zu öffnen. Dafür gibt es spezielle Werkzeuge, die sich wiedrum nicht dort einsetzen lassen, wo der Hammer sich besser eignen würde. Und so ist es auch bei Online-Angeboten, welche das Lernen in den Fokus rücken. Sie können nicht immer alles leisten, aber Einiges besser.

Ein rein antizipatorisches Vorgehen und Organisieren von Lerninhalten und Methoden einem damit verbundenen zielgerichteten Medieneinsatz wird somit ohne eine genaue Retropektive sowie deren zielgerichtete Analyse (Evaluation von Methoden und Konzepten) nachaltig nicht zwingend erfolgreich sein. Gefragt ist also Augenmaß.

Das e-LearnQuest BlaufuchsQuest soll Lehrerinnen und Lehrer ermutigen, ganz verschiedene Lerninhalte (Kontent) webbasiert auf eienr Plattform zu präsentieren. Hierfür wurde mit einem Autorentool eine Oberfläche geschaffen, die einen fertigen Rahmen (Seitenaufteilung, Navigaion usw.) vorgibt, so dass auch von nicht computeraffinen Lehrerinnen und Lehrern auf verschiedenen Wegen Daten einpflegt werden können, die später im Unterricht von Schülerinnen und Schülern im Unterricht gewinnbringend konsumiert werden.

Das Konzept BlaufuchsQuest

An dieser Stelle können Sie sich das vorläufige Konzept zum Lernangebot „BlaufuchsQuest“ herunterladen.

Download hier: Projektbeschreibung_BlaufuchsQuest_von Specht_2010

Was macht e-LearnQuest so speziell?

  • zielgruppenspezifische und intuitive Oberfläche,
  • geräte unabhängig (die einzelnen Quests lassen sich sowohl am PC, Mac, Tablet-PC oder Smartphone aufrufen und bearbeiten)
  • Einführung in das Thema (konfrontativ, motivationsfördernd, zielgruppenbezogen, …), wie bei WebInstruct und WebQuest (Primar-WebQuest),
  • kurze und nachvollziehbare Aufgabenstellung,
  • bei komplexen Anforderungen (Web-Auftritt, Präsentation, Vortrag) – gezielte Hilfen (Helpdesk, Handreichung, Hinweise), wie beim WebInstruct,
  • ausgewogenes Verhältnis zwischen Texten und Bildern,
  • kurze und knappe Texte (Primar-WebQuest),
  • Bilder mit hohem Aussagewert,
  • alle wesentlichen Lerninhalte sind, wie beim WBT in das Angebot integriert,
  • geführte Anweisung, Instruktion (wie beim WebInstruct),
  • zusätzliche themenspezifische handlungsorientierte oder explorative Angebote (Bastelanleitungen, Experimente, …),
  • plattforminternes Lexikon, wie beim WBT,
  • hilfreiche Links (WebQuest) zur Vertiefung (haben einen ergänzenden Charakter),
  • Lernkontrollfragen mit einer Auswertung der Lösungen, wie beim WBT,
  • Möglichkeiten einer Kontaktaufnahme zu den Autoren über Mailnachrichten oder einen angebundenen Weblog

Konzeption und Implementierung von e-LearnQuests am Beispiel  BlaufuchsQuest im Unterricht der Primarstufe

Im Rahmen meines Studiums an der Unversität Rostock habe ich mich in meiner Masterthesis mit diesem Thema auseinandergesetzt. Diese kann hier in Kürzr eingesehen werden.

Moderation: Jörn E. von Specht

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